Bei der Einweihung der Gedenkstätte des Neusser Grenadierkorps von 1823 e.V. auf dem Hauptfriedhof hat Präsident Martin Flecken vom Neusser Bürger-Schützen-Verein e.V. (NBSV 1823) die Bedeutung der Erinnerung an Verstorbene und Tote besonders auch für das Neusser Schützenwesen betont. „Das Gedenken ist auch und gerade Zeichen der Kultiviertheit des Menschen. So ist es gut, dass diese Gedenkstätte eingeweiht wird“, sagte Flecken in einem Grußwort vor der Segnung des Mals durch Msgr. Wilfried Korfmacher und verband den feierlichen Anlass mit dem Neusser Schützencredo „Wir.Schützen.Neuss“: „Das heißt auch: Wir erinnern uns unserer verstorbenen Schützenkameraden und Vorfahren.“

In Anwesenheit von Bürgermeister Reiner Breuer und Grenadier-Major Markus Ahrweiler richtete der NBSV-Präsident ebenso nachdenkliche wie eindringliche Worte an die gesamte Schützenfamilie: „Wir sollten uns nicht nur der Menschen, die wir auf dem Friedhof besuchen, erinnern – wir sollten auch auf Ihr Leben und Handeln schauen. Wir sollten aus den Leben der Verstorbenen lernen.“ Neben dem höchsten Repräsentanten der Neusser Bürger-Schützen nahmen aus dem Komitee des NBSV auch der neue Vizepräsident Mario Meyen und Schützenmeister Dr. Achim Robertz sowie der designierte Regimentsoberst Bernd Herten mit Adjutant Stefan Lülsdorf an dem feierlichen Einweihungsakt teil.

Flecken wandte sich entschieden gegen den scheinbar schwindenden Stellenwert von Gedenken und Erinnerung zugunsten eines als modern dargestellten Effizienzgebots der ständigen Einsparung von Zeit. „Erinnerung tut Not“, rief Flecken den anwesenden Gästen unweit der letzten Ruhestätte des ehemaligen Grenadiermajors und Reitersiegers Dr. Wilhelm Josef Heyers zu. Zur Verdeutlichung des wahren Wertes von Gedenken und Erinnerung zitierte der NBSV-Präsident wie schon Bürgermeister Breuer vor wenigen Tagen anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht den spanischen Philosophen George Santayana: „Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen.“

Die neue Gedenkstätte der Neusser Grenadiere, für Flecken mit Blick auf deren bald 200-jährige Geschichte ein maßgeblicher Teil der „Basis unseres Schützenvereins“, würdigte der Präsident der Neusser Schützen als wichtigen Beitrag zur Belebung von Santayanas Mahnung und schloss mit dem deutschen Philosophen Odo Marquard: „Zukunft braucht Herkunft.“

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